Anogia im zweiten Anlauf

Auf dem Weg von der Nida Ebene wieder nach unten (es gibt nur den einen) sind wir wieder an Anogia vorbei gekommen und haben dem Ort nach unserem ersten eher ernüchternden Besuch noch eine Chance gegeben, nachdem wir uns nochmal etwas schlauer gelesen hatten.
Wie so viele Orte auf Kreta hat auch Anogia eine sehr schwarze Vergangenheit, die die Menschen dort jedoch keineswegs selbst zu verantworten haben.
Vielmehr galt das Dorf im zweiten Weltkrieg als Zentrum des Widerstands gegen die Deutschen und außerdem saßen hier die Engländer. Als die Deutschen das mitbekommen haben, gab's im August 1944 den Befehl, den Ort platt zu machen und alle männlichen Einwohner zu ermorden.
Deswegen sieht man deutlich weniger alte Bauten als sonst und deswegen wirkt der Ort insgesamt weniger traditionell. Unter der Haube ist aber das Gegenteil der Fall. Tradition wird hier noch höher gehalten im Rest der Insel ohnehin schon.
Sei es in der Musik, in den Bräuchen oder im Widerstand (daher auch die Tradition der zerschossenen Schilder als Akt des Widerstands gegen Obrigkeit).
Und Tradition gibt es natürlich auch beim Essen. So haben wir uns denn auch gegen 17:00 in der mit Einheimischen voll besetzten Taverne Aetos eingefunden, die innen drin einem Museum gleicht.
Vor der Tür steht der Grill mit einem Grillmeister aus dem Bilderbuch, der den Bildern in der Taverne nach zu urteilen ein echter Superstar sein muss... Und bestimmt auch mit jedem Gast am Nachmittag schon einen Raki gezischt hatte und dementsprechend torkelte... Aber das wirft ja einen echten Kreter nicht aus der Bahn und so war das Essen dann auch die Wucht in Tüten!
Am Ende musste ich sogar noch ein Selfie mit ihm machen. Hat er drauf bestanden 🫡










